Genuss und Fasten – (k)ein Widerspruch?!

„Endlich Fastenzeit“ habe ich in den letzten Wochen des Öfteren von meinen Freunden gehört und auch ich habe mich schon auf die Tage der Enthaltsamkeit gefreut. Auf die kalorienreichen Vorweihnachts- und Weihnachtszeit folgte Neujahr, Skifahren und dann Fasching. Da hatte der

Organismus kaum Zeit sich zu erholen.

 

Ich bin nun seit fast 20 Jahren Fastenleiterin und bin immer

noch erstaunt, dass sich Menschen davor scheuen ein paar Fastentage einzulegen. Fasten ist nämlich wirklich ganz, ganz einfach. Ich liebe das Zitat von Georg Bernard Shaw „Jeder Dumme kann Fasten, aber nur ein Weiser kann das Fasten richtig (ab)brechen“.

Nicht weil es jeder „Dumme“ kann, sondern weil es eben so einfach und trotzdem so wirkungsvoll ist.

 

Vor einigen Jahren haben sich eine Freundin und ich zusammengetan und unsere beiden Leidenschaften – Fasten und Yoga – zu einem Wochenend-Retreat zusammengelegt. Unter dem Motto „Zeit für das Wesentliche – Zeit für mein Leben“ begleiten wir 5 bis 12 Fastenwillige zwei Mal pro Jahr durch diese spezielle Zeit. Mehr unter: https://fasten-yoga.jimdosite.com

 

Fasten, losgelöst vom Alltag und in der Gruppe, ist wesentlich effektiver (und einfacher) als „nur nebenbei“ zuhause. Da der Körper und die Gedanken nicht mehr mit Essen beschäftigt sind, bleibt plötzlich viel mehr Zeit und Raum für sich selbst. Zeit für erholsamen, regenerierenden Schlaf (inkl. Mittags-Nickerchen mit Wärmeflasche = Leberwickel :-)).

Zeit sich auszutauschen und dabei zu erkennen, dass man mit den Sorgen des Alltags nicht alleine ist und es den Anderen ähnlich geht.

Zeit für ausgedehnte Wanderungen.

Zeit zum Entspannen im Wellnessbereich.

Zeit um Neues zu Lernen: von Ölziehen bis Achtsamkeitsübungen, von neuen Koch-Rezepten bis Yoga-Übungen.

Zeit für Yoga: durch die aufs Fasten abgestimmten Yoga-Übungen wird die Entgiftung und Entlastung der wichtigsten Organe (Herz, Nieren, Leber) gestärkt und angeregt. Dadurch wird der Fasteneffekt noch mehr gesteigert.

 

Was bringt Fasten?

Ein paar Fastentage entlasten den Organismus, reinigen den Darm, verbessern die Durchblutung. Es wird aufgehört, dem Körper sauermachende Lebensmittel (Alkohol, Kaffee, Weißmehl, Zucker, etc.) zuzuführen. Stattdessen nimmt man basisches zu sich (Tee´s, Gemüse, Salate, wenig Obst, Zitronen). Durch den Fastenstoffwechsel wird Körperfett in Energie umgewandelt (nachdem die Glukosereserven aufgebraucht sind – d.h. nach ca. 1,5 bis 2 Tagen des Vollfastens). Wenn man dann neben dem Fasten noch ausgedehnte Wanderungen und leichten Sport betreibt, bleiben die Muskeln erhalten, da das Eiweiß nicht abgebaut wird. Und so

nebenbei verliert man auch ein paar Kilo an Gewicht.

Also quasi ein Reboot (neudeutsch für Neustart) des Organismus: der Blutdruck wird gesenkt, die Haut wird rosig und frisch durch die bessere Durchblutung, der Darm wird entlastet und gereinigt, der Kopf wird frei für neue Ideen, die Stimmung wird durch den Endorphinausstoß wesentlich verbessert und ihr habt viel mehr Energie!

 

Wie geht Fasten?

Wir machen bei unseren Wochenend-Retreats das Saft-Fasten nach Buchinger, bei dem frische basische Suppen, Obst- und Gemüsesäfte gereicht werden. Es gibt aber verschiedenste Formen des Fastens wie z. B. Breuss-Fasten, etc.

 

Falls du gerne zuhause ein paar Fastentage einlegen möchtest, hier eine kurze Anleitung dazu.

Die Dauer ist variabel – ca. eine Woche bis zehn Tage.

Es gibt zwei Einstiegstage, an denen nur mehr Obst und Gemüse mit ein wenig Getreideschrot (Hafer, Dinkel) gegessen wird.

Zusätzlich gilt kein Kaffee, kein Alkohol, kein Zucker, kein Mehl, kein Fleisch etc.

Es folgen drei bis sieben Tage Vollfasten. Dabei LÖFFELT man pro Tag 1/4 Gemüsesaft, 1/8 Obstsaft, mittags und abends selbstgemachte Gemüsebrühe (ohne Gemüse) und viel Wasser und Tee. Danach folgen noch zwei bis drei Tage als sanfter Einstieg ins Essen mit Kartoffel-, Reis- und Gemüsegerichten. Damit der Hunger eingedämmt und der Darm auch wirklich gereinigt wird, empfiehlt es sich am Tag 1 des Vollfastens Glauber- oder Bittersalz zu nehmen.

 

Genuss?

Der Titel lässt ja eigentlich annehmen, dass Genuss – und sei er noch so gesund – und Fasten ein Widerspruch wären. Tatsächlich schließen sich diese Begriffe aber nicht aus. Ganz im Gegenteil, denn durch das Fasten wird die Genuss-Fähigkeit

gestärkt. Menschen die gefastet haben, gehen wieder sehr viel achtsamer mit den Lebensmitteln um. Sie essen langsamer, kauen besser und nehmen Geruch und Geschmack verstärkt wahr. Sie integrieren neue Gewohnheiten und Lebensmittel. Fasten ist eine ideale Ergänzung für einen freudvollen und gesunden Lebensstil und ist oft der Einstieg in eine gesündere und genussreichere Lebensweise.

 

Wage das Abenteuer Fasten, du wirst es nicht bereuen!

 

Deine

Doris Möhsl

 

Bei Fragen kannst du mich jederzeit kontaktieren unter: 0664 2332633 oder info@dorismohsl.com

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