Lebensmittel des Monats: Eier - die Eiweißlieferanten Nr. 1

Ostern ist vorbei und der Monat April hat begonnen. Geht es euch aus so wie mir, dass ihr nach Ostern jede Menge gekochte, bunte Eier übrig habt und nicht wisst was ihr damit machen sollt? Diesen Umstand habe ich zum Anlass genommen, um mich im April in meiner Kategorie Lebensmittel des Monats mit dem Ei zu beschäftigen.

 

Erst kürzlich habe ich in einem Artikel gelesen, dass jeder Deutsche (und ich denke das wird auch auf Österreicher zutreffen) jährlich im Durchschnitt 230 Eier isst.

Eine ganze Menge denkt man erst mal! Doch das ist gar nicht so schlimm, denn das Ei zählt zu den sehr hochwertigen Lebensmitteln. Und wenn man mal drüber nachdenkt, dann isst jeder von euch sicher ein bis zwei Mal die Woche ein Ei, egal ob bewusst ein Ei oder verarbeitet in Form von Gebäck, Nudeln (nicht die italienische Variante aus Hartweizengrieß), Eis etc. Diese „versteckten“ Eier zählen zu dieser Menge natürlich schon dazu.

 

Was aber machst nun das Ei so besonders?

Das Ei ist leicht verdaulich und gilt als hervorragender Eiweißlieferant. Zusätzlich enthält es wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Im Dotter – dem sprichwörtlichen Gelben vom Ei – stecken die meisten Inhaltsstoffe. Also auf keinen Fall den Dotter weglassen. Auch die Theorie, dass Eier schlecht für den Cholesterinwert sind, stimmen eigentlich nicht. Wie bei jedem Lebensmittel gilt die Regel, alles mit Maß und Ziel zu essen. Ein bis zwei Eier pro Woche können bedenkenlos gegessen werden. Bei der biologischen Wertigkeit spielt das Ei auch eine große Rolle. Diese gibt an wie gut das im Lebensmittel enthaltene Eiweiß im Körper aufgenommen werden kann. Das Hühnerei hat eine biologische Wertigkeit von 100. Es hat somit den höchsten Wert als Einzellebensmittel. Die biologische Wertigkeit kann erhöht werden, wenn verschiedene Lebensmittel miteinander kombiniert werden wie z.B. Eier mit Kartoffeln, Getreide oder Hülsenfrüchten.  

 

Beim Eier-Kauf ist es wichtig auf die Herkunft zu achten. Bei Eiern gibt es viele Unterschiede. Ich empfehle euch Bio-Eier zu kaufen, diese sind auch immer aus Freilandhaltung. Hier wisst ihr, dass es sich um eine artgerechte Tierhaltung handelt.

Ihr könnt die Herkunft auch ganz leicht am Code, der auf jedes Ei gedruckt ist (z.B. 0-AT-1234566), herausfinden. 0 steht für Bio-Eier, 1 für Freilandhaltung und 2 für Bodenhaltung. 3 wäre Käfighaltung, diese ist in Österreich aber verboten. Die zwei Buchstaben danach geben Aufschluss über das Herkunftsland, z.B. AT für Österreich. Und Achtung, der Vermerk „von glücklichen Hühnern“ heißt noch nicht, dass es Bio-Hühner sind. Es muss auch immer das grüne Bio-Zeichen aufgedruckt sein. Am besten wäre es natürlich wenn ihr einen Bauern eures Vertrauens habt, wo ihr die Hühner herumlaufen seht, ihr wisst dass er seine Hühner gut füttert und behandelt und ihr von ihm die Eier beziehen könnt. Allein die Farbe dieser Eier ist nicht mit jenen aus dem Handel zu vergleichen, egal ob Bio oder nicht. Das ist nur leider in der Stadt nicht immer so einfach umsetzbar.

 

Eier sind auch lange über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus noch genießbar. Am besten ihr schlagt das Ei vor der Verwendung in einer Tasse auf und macht die Geruchsprobe. Und glaubt mir, wenn ein Ei nicht mehr gut ist, dann riecht ihr das sofort. Am längsten sind Eier haltbar, wenn sie mit der Spitze nach unten gelagert werden, da sich die Luftkammer im Ei auf der stumpfen Seite befindet. Auch gekochte Eier halten ca. 14 Tage im Kühlschrank. Einfach nach dem Kochen nicht abschrecken, dann wird die Haltbarkeit erhöht.

 

Salmonellen sind immer wieder ein „gefürchtetes“ Thema bei Eiern. Hier sei angemerkt, dass sich Salmonellen nur auf der Eierschale und nicht im Ei selbst befinden. Sie gelangen nur durch das Aufschlagen der Eier und den Kontakt von Dotter oder Eiklar mit der Schale in ungekochte Ei-Speisen. Wenn ihr also Ei-Gerichte mit rohen Eiern wie z.B. Tiramisu zubereitet, dann achtet darauf dass ihr nur ganz frische Eier verwendet und hier auch eine besondere Hygiene (Hände waschen, Eier kühl lagern etc.) eingehalten wird.

 

Zum Schluss noch ein paar Tipps und Tricks wie ihr feststellen könnt, ob Eier frisch sind oder der Ei im Kühlschrank roh oder gekocht ist. Gebt ein Ei in ein Glas mit kaltem Wasser. Sinkt das Ei zu Boden, dann ist es noch frisch. Je weiter oben es schwimmt, desto älter ist es. Macht hier am besten eine Geruchsprobe bevor ihr es verwendet. Ihr könnt das Ei auch schütteln. Wenn der Inhalt hin- und herschwappt, dann ist das Ei schon älter. Wenn man rohe Eier auf einem Teller aufschlägt, sieht man bei frischen Eiern ein zweistufiges Eiklar und einen hochgewölbten Dotter. Bei älteren Eiern sind Eiklar und Eidotter schon sehr flach. Gerade für pochierte Eier ist es wichtig zu wissen, wie frisch das Ei ist, denn nur mit einem frischen Ei gelingt das Pochieren am besten.

Und wenn ihr im Kühlschrank ein Ei habt und ihr nicht wisst ob es roh oder gekocht ist, dann legt es einfach auf die Arbeitsfläche und dreht es. Dreht es sich schön gleichmäßig und schnell, dann ist es gekocht. Wenn es sich jedoch unregelmäßig dreht und hin und her schlackert, dann ist es roh.

 

So, und ich werde jetzt meine bunten Ostereier verarbeiten und euch die nächsten Wochen wieder über einige köstliche Rezepte informieren.

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